Bewertungskennzahl

KGV – Kurs-Gewinn-Verhältnis

Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV – Aktienanalyse

Was ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) setzt den Börsenkurs einer Aktie für einen festgelegten Zeitraum ins Verhältnis zu den erzielten Gewinnen. Es ist eine der bekanntesten und meistgenutzten Kennzahlen der Fundamentalanalyse und gibt Aufschluss darüber, wie teuer oder günstig eine Aktie bewertet ist.

Berechnung des KGV

KGV = Aktienkurs / Gewinn je Aktie

Konkretes Beispiel

Beispielrechnung
Aktienkurs50,00 €
Gewinn je Aktie4,00 €
KGV50 / 4 = 12,5

Auf Basis der aktuellen Gewinne je Aktie dauert es also 12,5 Jahre, bis der derzeitige Preis der Aktie erwirtschaftet ist. Daraus wird klar: Bei konstanten Gewinnen und steigenden Kursen steigt das KGV stark an. Andererseits sinkt das KGV, wenn der Aktienkurs fällt und/oder die Gewinne steigen.

Live-Beispiel: Nvidia Live
Aktienkurs221,30 USD
KGV44,8
Auf Basis der aktuellen Gewinne je Aktie dauert es also 44,8 Jahre, bis der derzeitige Preis der Nvidia-Aktie an der Börse erwirtschaftet ist.

Stand: 14.10.2026 · Nvidia analysieren →

Interpretation

Orientierungswerte KGV
KGV < 10Sehr günstig bewertet
KGV 10 – 15Günstig
KGV 15 – 20Fair bewertet
KGV 20 – 30Eher teuer
KGV > 30Hoch bewertet – Wachstum eingepreist

Reicht das KGV allein zur Aktienauswahl?

Gegen eine ausschließliche Verwendung des KGV wird häufig eingewendet, dass es bei Verlustperioden keine Aussage mehr zulässt. Außerdem erlaubt die reine Betrachtung vergangener Gewinne nicht automatisch Rückschlüsse auf die Zukunft. Gewinne der Vergangenheit können nicht einfach fortgeschrieben werden. Schließlich kann das KGV auch durch die einmalige Auflösung stiller Reserven in der Bilanz beeinflusst werden.

Im Sinne der fundamentalen Aktienanalyse ist es daher ratsam, neben dem KGV auch weitere Kennzahlen heranzuziehen – etwa KBV, GKR, EKQ und Free Cashflow.

Gewinnrendite – der Kehrwert des KGV

Interessant ist auch der Kehrwert des KGV: der Gewinn je Aktie dividiert durch den Aktienkurs – die sogenannte Gewinnrendite. Sie orientiert sich aufgrund des Renditenstrebens der Anleger häufig am Marktzins.

Damit wird auch der Einfluss der Zentralbanken deutlich: Senkt die Zentralbank den Leitzins, steigen zeitverzögert die Aktienkurse und gleichzeitig die KGV-Werte. Steigende Leitzinsen führen hingegen zu sinkenden Kursen und niedrigeren KGVs.

Gewinnrendite = Gewinn je Aktie / Aktienkurs × 100 %

Alternative KGV-Berechnungen und Branchenvergleich

Oftmals werden KGV-Werte als Durchschnitt für ganze Branchen und Indizes berechnet und publiziert. Die Kennzahl gilt dann als Maßstab für die generelle Beurteilung einer Branche oder eines Index und zeigt, ob die enthaltenen Aktien als günstig oder teuer bewertet werden.

Das langfristige durchschnittliche KGV des DAX der letzten 30 Jahre liegt bei etwa 19. Wachstumsstarke Branchen (z.B. Technologie) weisen strukturell höhere KGVs auf als zyklische Industrien oder Finanzwerte.

Wichtig: Welcher Kurs wird verwendet?

Besonders wichtig für die Verwendung des KGV ist die präzise Angabe, welcher Aktienkurs zugrunde liegt. In Frage kommen:

  • Der aktuelle Tageskurs
  • Der Jahresdurchschnittskurs
  • Der Jahresschlusskurs am letzten Handelstag

Finanzoo-Berechnungsmethode

Finanzoo berechnet das KGV ausschließlich auf Grundlage tatsächlich erzielter Gewinne und nimmt erwartete Gewinne nicht in die Berechnung auf.

Bei der Berechnung des F-Scores setzt Finanzoo die durchschnittlichen Gewinne der letzten 3 Jahre, multipliziert mit einem aus empirischen Studien gewonnenen Faktor, ins Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs. Bleibt die Abweichung zum aktuellen Kurs unter 30 %, gilt die Aktie als günstig bewertet.

Sind die Gewinne negativ, kann das KGV keine Aussage treffen. In diesen Fällen wird das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) als Fallback-Kennzahl für den F-Score herangezogen.

KGV im Finanzoo F-Score
Gewichtung11 %
Basis3-Jahres-Durchschnittsgewinn (tatsächlich erzielt)
SchwellenwertAbweichung zum Kurs < 30 % = günstig
Fallback bei VerlustKUV